Fotografie, Natur, Umwelt

Atlas of the New World

Publishers

L'Artiere

Info

160 pages

2025

290mm × 210mm

Hardcover

ISBN

9791280978189

Cost

£55.00
Atlas der Neuen Welt ist eine fotografische Reise in die Zukunft der Landschaften, Meereslandschaften und Stadtlandschaften unseres Planeten, die durch die sich beschleunigende Klimakrise verändert werden. Im Gegensatz zur traditionellen Fotografie, die den gegenwärtigen Moment einfängt, versucht dieses Projekt, die Zukunft zu visualisieren, indem wissenschaftliche Daten mit künstlerischer Vision verschmolzen werden und so das präsentiert wird, was als „wahre Lüge“ beschrieben werden könnte. Durch das Überlagern von Bildern zukünftiger Szenarien auf gegenwärtige Orte macht das Projekt das Unsichtbare sichtbar und verwandelt abstrakte Konzepte in greifbare Realitäten. Giulia Piermartiri und Edoardo Delille verwenden eine vollständig analoge Technik: Dias mit zukünftigen Aussichten werden kurzzeitig mit einem Blitz auf reale Umgebungen projiziert. Während der Auslöser klickt, bleiben die Motive sich dieser Projektionen unbewusst und bewegen sich natürlich in ihrer Umgebung. Die resultierenden Fotografien sind das Produkt dieser flüchtigen Verschmelzung von Gegenwart und Zukunft und fangen ein metaphorisches Bild einer Welt ein, die sich zunehmend unserer Kontrolle entzieht, überlagert mit der Realität, die wir kennen. Die Bilder sind sowohl fesselnd als auch beunruhigend. Ihre lebendigen Farben ziehen das Auge an, doch unter ihrer Schönheit liegt eine dringende Dringlichkeit. Diese Schichtung der Erzählung lädt die Betrachter ein, sich der Zerbrechlichkeit unserer Ökosysteme und den tiefgreifenden Auswirkungen des Klimawandels zu stellen. Das Projekt stellt die Klimastörung nicht nur als gegenwärtige Herausforderung dar, sondern auch als eine kritische Frage für kommende Generationen. Als solches überschreitet Atlas der Neuen Welt die Kunst und wird zu einem Werkzeug des Wissens, das Wissenschaft, Vorstellungskraft und kreative Ausdrucksformen verbindet. Indem es die Klimakrise als „Krise der Vorstellungskraft“ reflektiert, wie Amitav Ghosh in The Great Derangement beschreibt, konfrontiert der Atlas unsere Schwierigkeit, das Ausmaß und die Komplexität des Umweltwandels wirklich zu erfassen. Durch die Umwandlung von Daten und Projektionen in eindringliche Bilder verweben Piermartiri und Delille Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem dynamischen Kontinuum und erinnern uns daran, dass die Welt nicht statisch, sondern im ständigen Wandel ist. Die Zukunft vorzustellen wird somit zu einem Akt des Widerstands, der Hoffnung und der Verantwortung. Wie wir die Zukunft sehen, wird bestimmen, wie sie sich entfaltet. Deshalb ruft Atlas der Neuen Welt uns dazu auf, über Angst und Verlust hinaus zu denken. Es bietet nicht nur eine Aufzeichnung dessen, was wir zu verlieren drohen, sondern ein Manifest für die Vorstellung neuer Möglichkeiten. Es fordert uns heraus, den Klimawandel nicht nur als Katastrophe, sondern als Katalysator für Transformation zu sehen und drängt auf kollektives Handeln für eine nachhaltigere und hoffnungsvollere Zukunft.