Kunst, Musik

Blue Moon magazine - Issue 11

Publishers

Leah Gudmundson

Info

64 pages

2026

340mm × 250mm

Taschenbuch

SKU

AB8872

Cost

£20.00
Materialität als Vermittler zum Immateriellen ist ein langjähriges Rätsel. Wir betrachten eine Blume und sehen das Antlitz Gottes. Wir kritzeln unsere Namen an eine Wand, um uns daran zu erinnern, dass wir für einen flüchtigen Moment hier waren. Das Drücken der Orgeltasten kann uns in unaussprechliche Bereiche versetzen. In dieser Ausgabe entdecken wir, wie die vorgestellten Künstler ihre konkreten Medien nutzen, um Bedeutung, Liebe und Transzendenz zu vermitteln. Unser Titelkünstler Steven Shearer verwendet in seinen Ölgemälden eine makellose Technik, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet. In einem Gemälde lässt sich eine Anspielung auf das Kanon der kunsthistorischen Vergangenheit erkennen, doch seine Porträts scheinen aus einem zeitlosen Ort zu stammen, der durch das Jetzt in die Welt gebracht wird. Wir sehen Liebe und Hingabe durch die Texte von Francesca Lia Block und die Gemälde von Joanna van Son. Wir erleben eine ehrfürchtige Verehrung der Natur in den Skulpturen von Brian Merriam und den Gemälden von iris yirei hu. Kali Malone, Molly Nilsson und Joy Crookes führen uns durch ihre Produktion eines vielleicht direktesten Kanals ins mystische Reich: die Musik. Pablo Jomaron und Ryosuke Tanzawa leiten uns durch das Labyrinth der städtischen Infrastruktur, durchqueren Tunnel und Wolkenkratzer. Schließlich gibt es das Werk des verstorbenen Noah Purifoy, dessen Treue den Verlassenen galt. Der Abfall menschlicher Schöpfung, materieller „Müll“. Purifoy verwertete Metallschrott in der kargen Landschaft von Joshua Tree neu und formte Monumente für die Sonne. Ich werde an den altägyptischen Sonnengott Aten erinnert, eine leuchtende Scheibe, deren Hände zur Erde reichen. Unter der Herrschaft des Pharaos Echnaton glaubte man, man müsse nur die Sonne verehren, um göttliche Einheit zu erreichen. Die hier zusammenkommenden Themen inspirieren zu einem aufwärts gerichteten Blick. Vielleicht suchen wir Nahrung durch den Boden, um in den Himmel zu gelangen, reisen langsam durch unsere hinterlassenen Spuren und steigen dem Heiligen entgegen.