Daphne
In dem Buch Daphne erzählt die Künstlerin Umico Niwa persönliche Geschichten, etwa davon, wie sie zu der Grabstätte ihrer Hoden in den Bergen von Miyoshi pilgerte oder auf dem Campus der John Hopkins University einen Acid-Trip hatte. Beide Erlebnisse führten dazu, dass sich ein Teil ihrer Identität mit Bäumen verflocht.
Kurz bevor die Pandemie ausbrach, stieß sie in einem Antiquitätengeschäft auf ein Paar Zinnfiguren: einen Jungen, der sich vorbeugt, um ein Mädchen zu küssen. Das erinnerte sie an die Geschichte, wie Daphne, um Apollons Nachstellungen zu entkommen, ihren Vater um Hilfe anrief und daraufhin in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde.
Überwältigt von dem Wunsch, die Figuren einzuschmelzen und in ihrer provisorischen Gießerei in der Küche ihrer Wohnung miteinander zu verschmelzen, goss sie das Zinn anschließend in eine Form, die einem Ast nachempfunden war. So entstand die Serie kleiner anthropomorpher Wesen, die sie Daphnes nannte.