DATAS, The Data and the Sovereign
Dieses Buch setzt sich mit einem der möglicherweise prägendsten Konflikte der kommenden Jahrzehnte auseinander: dem Kampf um Souveränität in einer Zeit, in der Daten und Rechenleistung sich über das Gesetz erhoben haben und die menschliche Handlungsfähigkeit in beispiellosem Maße beeinflussen. Während algorithmische Systeme zunehmend den öffentlichen Diskurs prägen, politische Entscheidungsprozesse automatisieren, aber auch manipulieren und die Kriegsführung gestalten, werden die Grundlagen der Demokratie in Code neu geschrieben. Das Buch versammelt führende Stimmen aus Kunst, Philosophie und Technologie, vorwiegend aus Mittel- und Osteuropa, um zu untersuchen, wie persönliche und nationale Selbstbestimmung den doppelten Kräften aus Überwachungskapitalismus und Autoritarismus im Zeitalter künstlicher Intelligenz standhalten kann.
Anhand von Essays und Einblicken in praxisbasierte Forschungsprojekte, aus denen Kunstwerke hervorgingen, beleuchtet der Band digitalen Ungehorsam, algorithmische Affektkriegsführung, spekulative Gegenterritorien und die Mängel einer auf korrumpierten Daten beruhenden Repräsentation. Die vorgestellten künstlerischen Projekte – von interaktiven Installationen über narrative Kurzfilme bis hin zu Softwarekunst – kritisieren nicht nur Machtverhältnisse, sondern versuchen auch, ethische Alternativen zu extraktiven digitalen Imperien und technofeudaler Herrschaft zu entwerfen.
Die Publikation ist das Ergebnis des Projekts DATAS: The Data and the Sovereign, das Künstlerresidenzen, eine groß angelegte internationale Gruppenausstellung in der Galerie Rudolfinum in Prag und ein umfangreiches Diskursprogramm umfasste.