Emblematic Elusions: Eros in African Cinema – Edition III (Visages de Femmes)
Emblematische Illusionen: Eros im afrikanischen Kino zeigt, wie afrikanische Filmemacher die schwarze Form im visuellen Bereich neu definieren – vom verwundeten Signifikanten zu einem verkörperten Gefäß der Befreiung. Mit einem erotischen Blick präsentiert jede Ausgabe einen Filmessay, der einen bedeutenden schwarzafrikanischen Film analysiert.
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Ausgabe III taucht ein in die sich entwickelnden „Visages de Femmes“ (1985) [Gesichter der Frauen] durch zwei kontrastierende Geschichten, die im städtischen [Abidjan] und im ländlichen [Koffikro] der Elfenbeinküste spielen. „Visages“ sorgte seit seiner Veröffentlichung und innerhalb der afrikanischen Filmkritik für Aufsehen wegen seiner 11-minütigen Liebesszene; eines „lüsternen Paradieses, in dem bronzefarbene Körper lustvoll und akrobatisch in dem üppigen Bett eines nahegelegenen Flusses tauchen und auftauchen, umgeben von dichten, aufrechten Bäumen.“ (Pfaff, 1996) Das Spielfilmwerk der Mitte der 80er Jahre stellte Vorstellungen von Zensur, Tabu, Nacktheit und Unanständigkeit infrage.
Ausgabe III betont die filmische Adaption der vorkolonialen mündlichen Tradition durch die Filmemacherin mit einem Fokus auf weibliches Vergnügen und Handlungsfähigkeit. Eros wird innerhalb der kulturellen Landschaft neu positioniert, da das Heft auf historischen visuellen, praktischen und rituellen Belegen für die erotische Überschwänglichkeit der Vorfahren beruht. „Visages de Femmes“ untersucht ebenso die Machtverhältnisse, die in den komplexen Zusammenhängen der wirtschaftlichen Mobilität von Frauen eingebettet sind. Durch das Konzept der „libidinalen Ökonomie“ – anhand von Lacan, Deleuze und Lyotard – hinterfragt Ausgabe III transaktionale Strategien der Unterordnung und wechselnde Formen von Währung; Jugend, Schönheit, Fleisch. In Anlehnung an eine sozialrealistische Tradition strebt Écaré Formen einer potenziellen soziokulturellen Revolution an.
Diese Ausgabe bietet eine umfassende Untersuchung der thematischen Tiefe des Films, der filmischen Techniken und seines Beitrags zum Diskurs über das Verlangen, die Handlungsfähigkeit und die wirtschaftliche Mobilität afrikanischer Frauen.