In But Not Of
Die Arbeit in Kulturinstitutionen birgt einen grundlegenden Widerspruch: Wie kann man unabhängig bleiben und zugleich versuchen, die Systeme zu verändern, zu denen man selbst gehört? In But Not Of - Practices of Commoning in Art and Infrastructure wird dieser Widerspruch untersucht, indem aufgezeigt wird, wie „Commons“ sowohl außerhalb als auch innerhalb der Strukturen kultureller Produktion bestehen können.
Mit Beiträgen von Andrea J. Nightingale, Andrea Thal, Bianca Schick, Binna Choi, Chris Lee, Clara Balaguer, Dalia Maini, Josh Plough, Lorenzo Gerbi, Madhumita Nandi, Maren Bang, Nina Martin, Noam Youngrak Son, Noura Alkhalili, Pete Fung, Peter Linebaugh, Simon Fairlie, Wojciech Matejko und Yin Aiwen geht diese Sammlung über die üblichen Kritikpunkte an Institutionen hinaus. Sie verknüpft kulturelles Commoning mit umfassenderen Geschichten sozialer Kämpfe – von der Privatisierung gemeinschaftlich genutzten Landes in Großbritannien bis zur Zerstörung gemeinschaftlicher palästinensischer Landwirtschaftssysteme unter kolonialer Herrschaft. Das Buch betrachtet die Räume rund um Institutionen sowohl als fragile Commons als auch als praktische Grundlagen für Veränderung.
In Essays, Beispielen aus der Praxis und fiktionalen Texten setzen sich diese Kulturorganisatorinnen und -organisatoren, Autorinnen und Autoren sowie Kunstschaffenden aus unterschiedlichen Bereichen und Orten direkt mit diesem Widerspruch auseinander. Wie können Kollektive Budgetkürzungen und politische Repression überstehen? Wie stellen indigene Wissensformen institutionelle Vorstellungen von Teilen und Fürsorge infrage? Lassen sich Zirkulation und Schulden in Instrumente der Umverteilung verwandeln? Und wie können Spekulation und Science-Fiction uns dabei helfen, Autonomie auch innerhalb von Systemen einzuüben, die sie einschränken?
Statt nur über Autonomie zu sprechen, setzt sich diese Sammlung für konkrete Strategien ein. Sie bietet Kulturorganisatorinnen und -organisatoren einen entscheidenden Rahmen, um mit widersprüchlichen Werten umzugehen – besonders jetzt, da dieselben Institutionen sowohl dekoloniale Kunst als auch Völkermord finanzieren können.