LOS ANGELES
Sich einem Rave zu nähern, ist beunruhigend. Die klappernden Wände eines zum Abriss bestimmten Lagers entlangzugehen, durch seine feuchte Schwelle zu treten, die erwartungsvollen und ängstlichen Wellen, die nicht verblassen, egal wie viele heimliche Nächte man bereits erlebt hat. Was folgt, ist ein Spiel aus Fangen und Loslassen unserer Sinne, einige zu unterdrücken, um andere zu verstärken, gegen eine finstere Kakophonie. Es zwingt die Zurückhaltendsten von uns, unsere tiefsten Ausdrucksformen körperlicher Souveränität zu entfalten. Irgendwie fühlt sich das Paradoxon von Handlungsmacht und Kapitulation in diesen Räumen immer noch gespenstisch an. Sei es durch substanzveränderte Wahrnehmung, Ehrfurcht vor dem gemeinschaftlichen Spektakel oder eine Fixierung auf einen Lichtstrahl – der Rave ist ein Prisma sensorischer Abstraktion, in das man auf seine eigene Weise eintreten kann, um Raum für eine universelle Erfahrung zu schaffen – Befreiung durch klangliche Immersion.
Indem diese Abstraktionen angenommen werden, gelingt es diesem Werk, ein kulturelles Dokument zu liefern: eine lebendige Beleuchtung einer schwer fassbaren, aber unbestreitbaren Erfahrung, ohne ihr Bild vollständig zu enthüllen.
Einführung von Jonathan Raissi
Logodesign von Clay Gibson