Not Here to Make Friends ist ein Zine, das Reality-TV durch eine kritische, oft anthropologische und stets feministische Linse betrachtet. Die Kommentare und Reflexionen reichen vom Albernen bis zum Ernsthaften und rahmen Reality-TV als ein extremes Medium ein, durch das wir uns selbst besser verstehen können.
STAFFEL 3:
Sarah Chekfa eröffnet Staffel 3 mit einer Untersuchung der Essgewohnheiten von Frauen (und deren Abwesenheit) im Reality-TV und zieht dabei einen Faden von Hot Ones über The Bachelor bis zu The Housewives. Healy Crews führt uns anschließend in die amerikanische Wildnis und nutzt die Survival-Show Alone als Spiegel zeitgenössischer Einsamkeit. Danach analysiert Maya Man Dance Moms und legt die Choreografie kindlicher Konkurrenz auf die Bühne der Online-Performance.
Den Blick über Amerika hinaus richtend, lenkt Akhil Vaidya unsere Aufmerksamkeit auf das Spektakel Dubai und liest The Real Housewives of Dubai, Dubai Bling und Love Is Blind: Habibi als Berichte aus einer televisuellen Fata Morgana. Von dort springt Sophie Roessler zurück in die frühen 2000er Jahre und folgt dem Blick von Hugh Hefner in ein entschlüsseltes Playboy-Anwesen. Rebecca Willner bietet einen markanten Kontrast und findet Handlungsspielräume dort, wo man sie nicht erwartet hätte: Love Island USA. In ihrem Essay feiert sie den Sommer 2024, in dem die Frauen Archetypen und das Publikum herausforderten.
Nicole Tremaglio nimmt uns mit an ein anderes Ufer: The Jersey Shore, und untersucht den Aufstieg italienisch-amerikanischer Stereotype im Gefolge der Finanzkrise 2008. Schließlich beendet Sophy Drouin diese Staffel mit einer persönlichen Abrechnung und nutzt The Real Housewives, um ihre Beziehung zu den Männern in ihrem Leben zu verkomplizieren.
Die Autorinnen und Autoren dieser Staffel nehmen die Schreiduelle, die Abgänge, die Wettbewerbe und Performances ernst. Sie tragen zu einer Wissenschaft bei, die das Zuschauen bei Jax Taylor, Snooki oder Heather Gay zu einem reichhaltigeren Erlebnis macht. Dabei erlauben sie es diesen Figuren und Shows, sowohl als Artefakt als auch als Orakel zu fungieren – als Aufzeichnung dessen, wer wir sind, und als Skizze dessen, wer wir werden.