LGBTQ+, Politik

Queer Art in the GDR? Biographies Between Underground and Propaganda

Info

136 pages

2026

220mm × 280mm

Hardcover

ISBN

9783954768585

Cost

£36.00
Identität, Konformität und Selbstbehauptung Queere Menschen in der DDR lebten unter staatlicher Kontrolle, erzwungenem öffentlichen Schweigen und gesellschaftlicher Unsichtbarkeit. Zwar strich die DDR § 175 bereits 1968 aus dem Strafgesetzbuch, viele Jahre vor der Bundesrepublik, doch § 151 blieb bestehen und schrieb den ungleichen Status queerer Menschen fest. Trotz der schrittweisen Entkriminalisierung blieb Homosexualität gesellschaftlich wie politisch stark stigmatisiert. Nach dem Fall der Berliner Mauer verbesserte sich die Situation queerer Künstler*innen nicht wesentlich – im Gegenteil: Viele Künstler*innen aus der DDR waren nun vom Vergessen bedroht. Die Verbindung dieser beiden Perspektiven – queere Biografien und künstlerische Ausdrucksformen in der kommunistischen Diktatur – ist bis heute weitgehend unerforscht. Das Ausstellungs- und Publikationsprojekt beleuchtet queere Positionen in der Kunst aus Ostdeutschland und geht der Frage nach, wie sich die Sexualität der Künstler*innen unter der kommunistischen Diktatur auf ihr Werk und ihre berufliche Entwicklung auswirkte. Das Buch zeichnet die Lebenswege und Werke von Toni Ebel, Andreas Fux, Harry Hachmeister, Jochen Hass, Dorothea von Philipsborn, Erika Stürmer-Alex, Rita „Tommy“ Thomas, Jürgen Wittdorf und Egon Wrobel nach und veranschaulicht, wie unterschiedlich sie mit den politischen und gesellschaftlichen Zwängen ihrer Zeit umgingen. Mit Essays von Birgit Bosold, Dorothee Brill, Maria Bühner, Christine Heidemann, Stephan Koal, Christoph Tannert und Raimund Wolfert.