Fotografie, Politik

Weltschmerz

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Kult-Bücher

Info

176 pages

2026

240mm × 175mm

Gebundene Ausgabe

ISBN

9789199023533

Cost

£34.00
Wir leben in Zeiten, die von Autoritarismus, Gewalt und Missachtung der Menschenrechte geprägt sind. Die Welt wirkt gespalten und gelähmt, und dieses Klima der Unsicherheit führt den Fotografen Jens Olof Lasthein zurück in eine andere turbulente Zeit. Im Winter 1991–92 ging Lasthein die Hauptfußgängerstraße Stockholms, die Drottninggatan, auf und ab und fotografierte Menschen. Er fühlte sich unwohl, während seine unmittelbare Umgebung zunehmend unruhig wurde. Der Krieg in Kroatien drohte sich eindeutig auf Bosnien auszubreiten, den wahren Schmelztiegel des ehemaligen Jugoslawiens. Die Sowjetunion löste sich auf und hörte am Silvesterabend offiziell auf zu existieren. Gleichzeitig hatte ein Mann, der als „Laser Man“ bekannt wurde, begonnen, in Stockholm auf Einwanderer zu schießen. Mit dem Standardobjektiv seiner Kamera und dem auf einen Meter fixierten Fokus reagierte Lasthein schnell und intuitiv – eine Blitzaufnahme pro Person, während sie vorbeiging. Einige bemerkten ihn, doch die meisten waren so tief in ihre eigenen Gedanken versunken, dass sie nicht bemerkten, dass sie auf Film festgehalten wurden. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine eigene kleine Welt, und doch bewegt sich jeder durch die Menge. Das Individuum. Das Kollektiv. Und die gemeinsame Welt, so fragmentiert und vielfältig sie auch sein mag. In den Fotografien sah Lasthein Spiegelungen seiner eigenen Unruhe. Jetzt, 34 Jahre später, spiegeln diese Ausdrücke Lastheins heutige Gemütslage wider. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine geht mit unverminderter Kraft ins fünfte Jahr. Die israelische Regierung bombardiert, vertreibt und hungert weiterhin die palästinensische Bevölkerung aus. Demokratische Prinzipien und internationales Recht werden in den Vereinigten Staaten aufgegeben, während die Klimakrise sich beschleunigt. Mitten in all dem bewegen sich die Menschen durch ihre eigenen kleinen Welten und tragen ihre Sorgen allein.